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Projektstruktur

Kurz gesagt

Der Projektkontext ist die Sammlung aller bestätigten Fakten über dein Projekt: Ziel, Umfang, Erfolgskriterien, Anforderungen, Meilensteine, Zeitraum, Budget und Risiken. TensorPM speichert diese Fakten als einzelne Felder und Tabellen, nicht als ein langes Dokument. Alles andere in der App baut darauf auf: die Analysen, die Aufgabenvorschläge, der Projektstatus und jeder Agent, der über MCP oder A2A auf das Projekt zugreift.

Dieser Artikel ist die Referenz für die Ansicht Projektkontext mit ihren Untertabs Info, Profil, Ressourcen, Inhalte, Planung und Risiken.

Warum ein sauberer Kontext die Grundlage für alles andere ist

Stell dir vor, du übergibst dein Projekt an eine neue Kollegin. Du gibst ihr keinen Zugriff auf dein Postfach und keine Zeit für Rückfragen. Sie bekommt nur das, was im Projektkontext steht. Genau so arbeitet der Projektagent von TensorPM.

Daraus folgen drei einfache Regeln:

  • Was nicht im Kontext steht, existiert für die Analyse nicht.
  • Was falsch im Kontext steht, führt zu falschen Empfehlungen.
  • Was unklar im Kontext steht, führt zu unklaren Empfehlungen.

Der Projektagent erfindet nichts dazu. Er rät auch nicht, ob ein Termin verbindlich oder eine grobe Idee ist. Er liest, was du bestätigt hast. Deshalb kostet eine halbe Stunde saubere Pflege am Anfang später viele Stunden Diskussion weniger.

Wichtig ist der Zusatz "bestätigt". Alles, was per E-Mail, Dokument oder Nachricht ankommt, landet zuerst als Signal im Eingang und wird vom Distiller zu einzelnen Änderungsvorschlägen verarbeitet. Erst wenn du einen Vorschlag annimmst, wird er Teil des Projektkontexts. Der Kontext enthält also nie ungeprüfte Behauptungen. Details dazu stehen in Dateien, Eingang & Verlauf.

Wann du das brauchst

  • Du legst ein neues Projekt an und willst wissen, welche Felder wirklich zählen.
  • Die Projektanalyse liefert dünne oder offensichtlich falsche Vorschläge.
  • Die Projektanalyse überspringt einen Bereich und du willst wissen, warum.
  • Zwei Personen im Team haben unterschiedliche Vorstellungen vom Umfang.
  • Du willst einen externen Agenten über MCP anbinden und ihm einen belastbaren Stand geben.
  • Ein Projekt läuft seit Monaten und der Kontext ist erkennbar veraltet.

Wo der Projektkontext liegt

Öffne ein Projekt und klicke in der linken Leiste auf Kontext. Die Ansicht heißt Projektkontext und hat sechs Untertabs.

Untertab Was dort gepflegt wird
Info Überblick und Auswertung. Hier wird nichts eingegeben.
Profil Name, Beschreibung, Ziele, Umfang, Erfolgskriterien
Ressourcen Projektbudget, Projektzeitplan, Überblick über die Personen
Inhalte Anforderungen, Technologien und Methoden
Planung Meilensteine und Abhängigkeiten
Risiken Risiken mit Auswirkung und Gegenmaßnahme

Jedes Feld wird an Ort und Stelle bearbeitet: anklicken, schreiben, an eine andere Stelle klicken. Es gibt keinen Speichern-Button für Kontextfelder, die Änderung wird direkt übernommen und im Verlauf festgehalten.

Info: der Überblick über den Projektstand

Der Untertab Info ist die Startseite des Projekts. Hier gibst du nichts ein, hier liest du ab.

Der Untertab Info zeigt Fokus heute, aktuellen Engpass und Risikozusammenfassung auf einen Blick.
Der Untertab Info zeigt Fokus heute, aktuellen Engpass und Risikozusammenfassung auf einen Blick.

Was du hier siehst

  • Projekt-Check-in: die letzte proaktive Meldung des Projektagenten, sofern Check-ins aktiv sind. Du kannst sie ausblenden oder mit Mit KI besprechen direkt in den Chat übernehmen.
  • Drei Stufen Kontext, Analyse, Vorschläge: eine kleine Leiste, die zeigt, wie belastbar der aktuelle Stand ist. Kontext steht auf Bestätigt, wenn keine Signale mehr offen sind, und auf Prüfung offen, wenn noch Änderungsvorschläge auf deine Entscheidung warten. Analyse und Vorschläge zeigen, wie aktuell die Auswertungen sind.
  • Fokus heute: die eine Sache, die der Projektagent heute für am wichtigsten hält.
  • Aktueller Engpass: wo es gerade klemmt, abgeleitet aus Zeitplan, Umfang und Budget.
  • Risikozusammenfassung: die ein bis zwei Risiken mit dem größten Gewicht.
  • Projektstatus, Projektfortschritt, Projektmetriken, Projekt-Insights: Karten mit Kennzahlen zu Status, Fortschritt, Budget und Aufwand.

Der Button Projekt analysieren stößt eine neue Auswertung an. Sie bewertet Status, Risiken, Engpässe und nächste Schritte neu und aktualisiert Vorschläge und empfohlene Reihenfolge.

Was hier nicht hingehört

Der Untertab Info ist kein Eingabefeld. Wenn eine Aussage auf dieser Seite falsch wirkt, liegt der Fehler fast immer in einem der anderen fünf Untertabs oder in fehlenden Aufgaben. Korrigiere dort und lass danach Projekt analysieren laufen.

Profil: wofür das Projekt da ist

Der Untertab Profil mit Projektbeschreibung, Projektzielen, Projektumfang und Erfolgskriterien.
Der Untertab Profil mit Projektbeschreibung, Projektzielen, Projektumfang und Erfolgskriterien.

Projektname

Ein kurzer, eindeutiger Name. Er erscheint überall, wo das Projekt gelistet wird.

  • Gut: Bürohaus Königstraße 17, Rohbau und Ausbau
  • Schlecht: Projekt 2026-04 oder Neubau

Nicht hinein gehören Kundennummern, Statuszusätze wie "laufend" oder Versionsnummern. Der Status ändert sich, der Name sollte stabil bleiben.

Projektbeschreibung

Zwei bis fünf Sätze in normaler Sprache: was gebaut, geliefert oder eingeführt wird, für wen, und unter welchen Rahmenbedingungen.

  • Gut: Sanierung eines fünfgeschossigen Bürogebäudes im laufenden Betrieb. Auftraggeber ist die Königstraße Immobilien GmbH. Die oberen zwei Geschosse bleiben während der gesamten Bauzeit vermietet.
  • Schlecht: Sanierung eines Gebäudes.

Nicht hinein gehören Ziele, Termine und Risiken. Dafür gibt es eigene Felder. Doppelte Ablage bedeutet, dass du später zwei Stellen pflegen musst und eine davon vergisst.

Projektziele

Was am Ende erreicht sein soll, aus Sicht des Auftraggebers. Ein Ziel beschreibt ein Ergebnis, keine Tätigkeit.

  • Gut: Alle Mietflächen im Erdgeschoss und in den Etagen 1 bis 3 sind bezugsfertig übergeben, ohne Einschränkung des laufenden Betriebs in den Etagen 4 und 5.
  • Schlecht: Bauarbeiten durchführen.

Nicht hinein gehören einzelne Arbeitsschritte. "Gerüst stellen" ist eine Aufgabe, kein Projektziel. Aufgaben gehören in die Ansicht Aufgaben, siehe Aufgaben & wiederkehrende Arbeit.

Projektumfang

Was dazugehört und, genauso wichtig, was nicht dazugehört. Ein Umfang ohne Ausschlüsse ist praktisch wertlos, weil jede spätere Diskussion offenbleibt.

  • Gut: Enthalten: Rohbau, Fassade, Elektro, Sanitär, Innenausbau der Etagen 0 bis 3. Nicht enthalten: Außenanlagen, Tiefgaragensanierung, Möblierung, Umzugsleistungen der Mieter.
  • Schlecht: Kompletter Umbau.

Nicht hinein gehören Bedingungen und Annahmen ("sofern das Wetter mitspielt"). Solche Sätze gehören als Risiko in den Untertab Risiken oder als Abhängigkeit in Planung.

Erfolgskriterien

Eine Liste von prüfbaren Aussagen. Sie beantworten die Frage: woran erkennen wir, dass das Projekt erfolgreich war? Ein Kriterium pro Zeile.

  • Gut: Übergabe bis 30. Oktober ohne kritische Mängel
  • Gut: Betriebskosten im ersten Jahr um mindestens 12 Prozent gesenkt
  • Gut: Weniger als zwei Stunden geplante Betriebsunterbrechung bei der Umstellung
  • Schlecht: Hohe Qualität
  • Schlecht: Zufriedener Kunde

Nicht hinein gehören Wünsche ohne Messgröße. Ein Kriterium, das niemand prüfen kann, hilft weder dir noch dem Projektagenten. Wenn eine Zahl fehlt, nenne wenigstens das Ereignis, an dem man es erkennt.

Ressourcen: Geld und Zeit

Der Untertab Ressourcen mit Ressourcenüberblick, Projektbudget und Projektzeitplan.
Der Untertab Ressourcen mit Ressourcenüberblick, Projektbudget und Projektzeitplan.

Projektbudget

Das Gesamtbudget des Projekts in der eingestellten Währung. Es ist die Bezugsgröße für den Plan-Ist-Vergleich in der Ansicht Budget & Material.

  • Gut: der bestätigte Auftragswert oder das freigegebene Budget, als eine Zahl.
  • Schlecht: eine grobe Idee, die nie irgendwo freigegeben wurde.

Nicht hinein gehören Teilbudgets einzelner Gewerke. Dafür gibt es Budgettöpfe und Aufgabenbudgets. Wie du Budget im Detail führst, steht in Personen & Budget.

Projektzeitplan

Start- und Enddatum des Projekts. Aus beiden Daten berechnet TensorPM die Dauer und den Status: Nicht gestartet, In Bearbeitung oder Abgeschlossen. Fehlt eines der beiden Daten, bleibt der Zeitplanstatus leer und der Untertab Planung kann keinen Fortschritt über die Zeit zeigen.

  • Gut: der vertraglich vereinbarte Zeitraum, auch wenn er ambitioniert ist.
  • Schlecht: ein Wunschdatum, das im Team niemand kennt.

Nicht hinein gehören Meilensteintermine. Die stehen im Untertab Planung.

Personen im Ressourcenüberblick

Der Untertab zeigt zusätzlich Ressourcenüberblick, Personen und Personenverteilung. Das sind Auswertungen, keine Eingabefelder. Personen legst du in der Ansicht Personen an. Rollen, Rollengruppen und Einfluss sind dort beschrieben: Personen & Budget.

Wenn Personenverteilung eine Rolle vermissen lässt, die im Projekt eine Entscheidung trifft, ist das ein echter blinder Fleck. Der Projektagent kann dann keine Verantwortung zuordnen.

Inhalte: was geliefert wird und womit

Der Untertab Inhalte mit den Tabellen Projektanforderungen und Technologien & Methoden.
Der Untertab Inhalte mit den Tabellen Projektanforderungen und Technologien & Methoden.

Projektanforderungen

Eine Tabelle mit den Spalten Anforderung, Beschreibung und Priorität. Hier stehen die inhaltlichen Forderungen an das Ergebnis.

  • Gut: Anforderung Barrierefreier Zugang Erdgeschoss, Beschreibung Schwellenloser Haupteingang und Rampe nach DIN 18040-1, Priorität Hoch.
  • Schlecht: Anforderung Barrierefreiheit ohne Beschreibung und ohne Priorität.

Nicht hinein gehören Aufgaben. "Rampe bestellen" ist ein Arbeitsschritt, keine Anforderung. Die Anforderung sagt, was gelten muss; die Aufgabe sagt, wer wann was tut.

Die Priorität wird für die Auswertung Prioritätsverteilung der Anforderungen verwendet. Wenn du die Spalte leer lässt, taucht die Anforderung dort nicht auf.

Technologien & Methoden

Eine Tabelle mit den Spalten Technologie/Methode, Beschreibung und Kategorie. Sie hält fest, womit gearbeitet wird: Bauverfahren, Normen, Software, Projektmethodik.

  • Gut: Technologie/Methode: BIM-Modell nach IFC 4, Beschreibung: Koordinationsmodell wird wöchentlich vom Fachplaner aktualisiert, Kategorie: Planung.
  • Schlecht: Technologie/Methode: Software, ohne Beschreibung und Kategorie.

Nicht hinein gehören Werkzeuge, die im Projekt nicht wirklich verwendet werden. Wenn etwas ausdrücklich verboten oder nur ein Versuch ist, schreib das in die Beschreibung. Sonst nimmt der Projektagent an, es sei gesetzter Standard.

Die Kategorie steuert die Auswertung Verteilung der Technologiekategorien. Halte die Kategorienamen konsistent, sonst zerfällt die Verteilung in lauter Einzelfälle.

Planung: Meilensteine und Abhängigkeiten

Der Untertab Planung mit Projektfortschritt, Zeitplanstatus und der Meilensteintabelle.
Der Untertab Planung mit Projektfortschritt, Zeitplanstatus und der Meilensteintabelle.

Projektmeilensteine

Eine Tabelle mit den Spalten Meilenstein, Datum und Beschreibung. Jede Zeile lässt sich abhaken, wenn der Meilenstein erreicht ist.

  • Gut: Meilenstein Rohbau abgenommen, Datum 2026-09-15, Beschreibung Abnahme durch Prüfstatiker und Bauherrenvertretung, Protokoll liegt vor.
  • Schlecht: Meilenstein Phase 2 ohne Datum.

Ein Meilenstein ist ein überprüfbarer Zustand zu einem Zeitpunkt, keine Aktivität über einen Zeitraum. "Innenausbau" ist kein Meilenstein, "Innenausbau fertiggestellt" schon.

Nicht hinein gehören Aufgaben mit Fälligkeitsdatum. Meilensteine sind die wenigen Punkte, an denen das Projekt gemessen wird. Zehn bis fünfzehn sind für die meisten Projekte genug.

Ohne Datum kann TensorPM einen Meilenstein weder einsortieren noch als überfällig erkennen. Er erscheint dann in Meilenstein-Details mit dem Hinweis Meilensteindatum nicht festgelegt.

Projektabhängigkeiten

Ein Freitextfeld für Dinge außerhalb deines Zugriffs, auf die das Projekt wartet: Genehmigungen, Lieferungen, Entscheidungen anderer Abteilungen, Vorleistungen fremder Gewerke.

  • Gut: Baugenehmigung für die Fassadenänderung steht aus, Bescheid vom Bauamt erwartet bis 15. Mai. Ohne Bescheid kann das Gerüst nicht abgebaut werden.
  • Schlecht: Behörden

Nicht hinein gehören Abhängigkeiten zwischen einzelnen Aufgaben. Dafür gibt es echte Aufgabenabhängigkeiten mit den Typen FS, SS, FF und SF, beschrieben in Aufgaben & wiederkehrende Arbeit.

Risiken: was schiefgehen kann

Der Untertab Risiken mit Risikoüberblick, Risikoverteilung und der Risikotabelle.
Der Untertab Risiken mit Risikoüberblick, Risikoverteilung und der Risikotabelle.

Projektrisiken

Eine Tabelle mit den Spalten Risiko, Auswirkung und Gegenmaßnahme.

  • Gut: Risiko Lieferverzug Fenster, Auswirkung Hoch, verschiebt den Innenausbau um bis zu vier Wochen, Gegenmaßnahme Zweitlieferant angefragt, Vorabmuster bis 12. Juni, wöchentliche Statusabfrage beim Hersteller.
  • Schlecht: Risiko Verzögerungen, Auswirkung schlecht, Gegenmaßnahme leer.

Ein gutes Risiko nennt ein konkretes Ereignis, seine Folge für Termin, Kosten oder Qualität, und eine praktische Reaktion. Nicht hinein gehören allgemeine Lebensweisheiten ("Bauen ist riskant") und bereits eingetretene Probleme. Was schon passiert ist, ist kein Risiko mehr, sondern eine Aufgabe.

Die Karte Ungesteuerte Risiken mit hoher Priorität listet genau die Zeilen, bei denen die Spalte Gegenmaßnahme leer ist und die Auswirkung als hoch erkannt wurde. Halte diese Liste leer.

Wie der Schweregrad erkannt wird

Die Spalte Auswirkung ist ein Textfeld. TensorPM leitet den Schweregrad aus dem Text ab und ordnet jede Zeile Hoch, Mittel oder Niedrig zu. Erkannt werden dabei die Wörter high, major, critical und severe als hoch sowie low, minor und small als niedrig. Alles andere zählt als mittel.

Praktisch heißt das: schreib in die Spalte Auswirkung als erstes Wort eine dieser Einstufungen und danach den erklärenden Satz. Wenn du nur deutliche Verzögerung schreibst, wird das Risiko als mittel gezählt, auch wenn du es für kritisch hältst. Die Auswertungen Risikoverteilung und Ungesteuerte Risiken mit hoher Priorität hängen an dieser Einstufung.

Kontextqualität: was der Wert bedeutet

Die Kontextqualität ist keine Zahl, die TensorPM aus gefüllten Feldern zusammenzählt. Sie ist das Ergebnis der Kontextanalyse, einer KI-Auswertung deines Projektkontexts. Anstoßen kannst du sie über den Button Projekt analysieren im Pulse oder über die Schnellaktion Kontextanalyse im KI-Panel; ihre Befunde erscheinen als Vorschläge mit dem Chip Kontext.

Wie die Bewertung zustande kommt

Die Kontextanalyse liest Projektbeschreibung, Ziele, Umfang, Erfolgskriterien, Anforderungen, Technologien und Methoden, Meilensteine, Zeitraum, Budget, Risiken und die Personen. Sie bewertet drei Dinge:

  • Vollständigkeit: fehlt etwas Wesentliches?
  • Richtigkeit: ist etwas erkennbar falsch oder unbelegt?
  • Widerspruchsfreiheit: passen die Angaben zueinander, etwa Zeitraum und Meilensteine?

Aufgaben, Fortschritt und Ausführungsstand fließen ausdrücklich nicht in diese Bewertung ein. Die Kontextanalyse beurteilt nur den Kontext.

Das Ergebnis ist eine von fünf Stufen:

Stufe Bedeutung
Hervorragend vollständig, keine erkennbaren Lücken
Gut kleinere Lücken, insgesamt belastbar
Ordentlich brauchbar, mehrere Stellen sollten nachgezogen werden
Verbesserungsbedarf kritische Lücken, Empfehlungen sind mit Vorsicht zu genießen
Schwach zu dünn für eine sinnvolle Auswertung

Weil eine KI bewertet, kann dieselbe Datenlage zweimal knapp unterschiedlich eingestuft werden. Nimm die Stufe als Richtungsangabe, nicht als exakte Messung. Zusätzlich zur Stufe liefert die Analyse konkrete Hinweise, welche Stelle sie für schwach hält. Diese Hinweise sind der eigentliche Nutzen.

Was die Bewertung freischaltet

Die Stufe entscheidet, welche Analysen überhaupt rechnen:

Analyse Voraussetzung
Kontextanalyse keine, das ist die Analyse selbst
Strategie Kontextanalyse mit Ordentlich oder besser
Abdeckungsanalyse Kontextanalyse mit Ordentlich oder besser und mindestens eine Aufgabe
Ausführung Kontextanalyse mit Verbesserungsbedarf oder besser und mindestens zwei Aufgaben

Kann eine Analyse nicht rechnen, überspringt der Durchgang sie und nennt hinterher genau diesen Grund. Das ist keine Störung, sondern eine bewusste Bremse: Strategieempfehlungen auf Basis eines dünnen Kontexts wären geraten, nicht abgeleitet. Mehr dazu in Vorschläge & Reihenfolge.

Wie du die Bewertung verbesserst

In dieser Reihenfolge lohnt sich der Aufwand am meisten:

  1. Projektziele und Projektumfang schärfen, inklusive der Ausschlüsse.
  2. Erfolgskriterien messbar machen. Ein Kriterium ohne Prüfbarkeit zählt kaum.
  3. Projektzeitplan und Projektbudget setzen oder ausdrücklich als offen kennzeichnen.
  4. Die drei bis fünf wichtigsten Projektanforderungen mit Beschreibung und Priorität eintragen.
  5. Projektmeilensteine mit Datum versehen.
  6. Für jedes Risiko mit hoher Auswirkung eine Gegenmaßnahme ergänzen.
  7. Personen mit Rolle anlegen, damit Verantwortung zuordenbar ist.
  8. Projekt analysieren erneut ausführen und die Hinweise der Analyse abarbeiten.

Eine leere Stelle ehrlich zu benennen ist besser als sie zu füllen. Schreib "Budget noch nicht freigegeben" statt einer erfundenen Zahl. Der Projektagent geht sonst von einem bestätigten Wert aus.

Wo welcher Projektteil steht

Manche Begriffe klingen ähnlich und liegen an verschiedenen Stellen. Diese Tabelle löst das auf.

Begriff Was es ist Wo es steht
Ziel angestrebtes Ergebnis Kontext -> Profil -> Projektziele
Umfang was dazugehört und was nicht Kontext -> Profil -> Projektumfang
Erfolgskriterium prüfbare Aussage über den Erfolg Kontext -> Profil -> Erfolgskriterien
Anforderung inhaltliche Forderung an das Ergebnis Kontext -> Inhalte -> Projektanforderungen
Meilenstein überprüfbarer Zustand zu einem Datum Kontext -> Planung -> Projektmeilensteine
Zeitraum Start und Ende des Projekts Kontext -> Ressourcen -> Projektzeitplan
Budget Gesamtbudget des Projekts Kontext -> Ressourcen -> Projektbudget
Risiko mögliches Ereignis mit Folge Kontext -> Risiken -> Projektrisiken
Entscheidung getroffener, dauerhafter Beschluss Verlauf -> Entscheidungen
Aufgabe konkreter Arbeitsschritt Ansicht Aufgaben
Arbeitspaket abgegrenzte Leistung mit Verantwortung Bereich Arbeitspakete
Person Beteiligte mit Rolle und Einfluss Ansicht Personen
Ausgabe tatsächlich angefallene Kosten Ansicht Budget & Material

Entscheidungen liegen bewusst nicht im Projektkontext. Eine Entscheidung ist ein Ereignis mit Zeitpunkt, Begründung und Status. Sie kann später abgelöst oder zurückgezogen werden, ohne dass die Historie verschwindet. Deshalb wohnt sie im Verlauf, siehe Dateien, Eingang & Verlauf.

Arbeitspakete und der Projektstrukturplan (PSP) sind eine eigene Ebene über den Aufgaben und werden in Arbeitspakete & PSP beschrieben.

Wer den Kontext ändern darf

  • In einem lokalen Workspace: nur du. Ein Workspace ist der Rahmen, in dem Projekte gespeichert und geteilt werden. Ein lokaler Workspace verlässt dein Gerät nicht.
  • In einem Cloud-Workspace: jede Person, die Zugriff auf den Workspace hat. Die Rollen Owner, Admin und Member steuern die Verwaltung der Mitglieder, nicht das Bearbeiten einzelner Kontextfelder. Es gibt keine Nur-Lese-Rolle für den Projektkontext.
  • Der Projektagent: kann Kontextfelder ändern, wenn du ihn im Chat darum bittest. Jede solche Änderung erscheint im Verlauf mit einem Verweis auf die auslösende Nachricht.
  • Der Distiller: ändert nie von selbst. Er bereitet Vorschläge vor, du entscheidest mit Annehmen, Anhängen oder Überspringen.
  • Externe Agenten über MCP oder A2A: können lesen und schreiben, wenn du sie eingerichtet hast. Schreibende Werkzeuge fragen im Chat um Freigabe, solange du sie nicht ausdrücklich dauerhaft erlaubt hast. Siehe Agent-Integrationen.

Vor größeren Änderungen an einem geteilten Projekt lohnt sich eine kurze Abstimmung. TensorPM verhindert gleichzeitige Änderungen nicht, es macht sie nur sichtbar.

Wie Änderungen nachvollziehbar bleiben

Jede Änderung an einem Kontextfeld landet in der Ansicht Verlauf im Tab Änderungen. Dort siehst du:

  • welches Feld sich geändert hat, mit Namen wie Projektziel, Projektumfang, Erfolgskriterien, Hauptanforderungen, Meilensteine oder Risiken
  • den Wert vorher und nachher
  • wann die Änderung passiert ist
  • woher sie kam

Die Herkunft ist der wichtigste Teil. Kam eine Änderung aus dem Chat, trägt der Eintrag einen Quellen-Chip Chat. Ein Klick darauf öffnet ein kleines Fenster mit Im Chat öffnen und springt zu genau der Nachricht, die die Änderung ausgelöst hat. Bei externen Agenten steht dort stattdessen MCP-Agent, A2A-Agent oder Telegram.

Damit kannst du Monate später beantworten, warum der Umfang um zwei Positionen gewachsen ist, ohne in E-Mails zu suchen. Die vollständige Beschreibung steht in Dateien, Eingang & Verlauf.

Checkliste: Ist mein Projektkontext gut genug

Geh die Liste durch, bevor du dich auf die Vorschläge verlässt. Sieben von zehn erfüllten Punkten reichen für den Alltag, unter fünf lohnt sich Nacharbeit.

  1. Der Projektname ist eindeutig und ohne Statuszusatz.
  2. Die Projektbeschreibung erklärt in wenigen Sätzen, worum es geht und für wen.
  3. Die Projektziele nennen Ergebnisse, keine Tätigkeiten.
  4. Der Projektumfang enthält ausdrückliche Ausschlüsse.
  5. Mindestens drei Erfolgskriterien sind so formuliert, dass jemand sie prüfen kann.
  6. Projektzeitplan und Projektbudget sind gesetzt oder ausdrücklich als offen vermerkt.
  7. Die wichtigsten Projektanforderungen haben Beschreibung und Priorität.
  8. Jeder Projektmeilenstein hat ein Datum.
  9. Jedes Risiko mit hoher Auswirkung hat eine Gegenmaßnahme.
  10. Die Karte Ungesteuerte Risiken mit hoher Priorität ist leer.
  11. Alle Personen, die im Projekt entscheiden, sind in Personen angelegt.
  12. Es stehen keine Annahmen als Fakten im Kontext.
  13. Die Stufe Kontext im Untertab Info steht auf Bestätigt, es warten also keine Änderungsvorschläge.
  14. Die letzte Kontextanalyse ist nicht älter als die letzte größere Projektänderung.

Was im Hintergrund passiert

Der Projektkontext liegt als strukturierte Datensätze in der lokalen Datenbank auf deinem Gerät, nicht als Dokument. Das hat drei Folgen im Alltag:

  • Ein geändertes Datum wirkt sofort überall: im Untertab Planung, in der Gantt-Ansicht, in der in den Vorschlägen und für angebundene Agenten. Du kopierst nichts.
  • Der Projektagent bekommt beim Chat nicht das ganze Projekt, sondern die für die Frage passenden Felder. Deshalb wirken saubere Feldnamen und knappe Formulierungen direkt auf die Antwortqualität.
  • Externe Agenten über MCP und A2A lesen dieselben Felder. Was du im Untertab Profil schreibst, liest ein angebundener Agent wortgleich.

In einem Cloud-Workspace wird der Kontext zusätzlich verschlüsselt zwischen deinen Geräten und den Mitgliedern des Workspace abgeglichen. Details in Cloud Sync und Verschlüsselung.

Die interne Projekt-ID brauchst du für die normale Arbeit nicht. Sie wird erst bei technischen Integrationen oder bei einer Supportdiagnose relevant.

Häufige Fragen

Muss ich alle Felder ausfüllen? Nein. Fang mit Projektziele, Projektumfang und Erfolgskriterien an. Das sind die drei Felder, aus denen die meisten Empfehlungen entstehen. Der Rest wächst mit dem Projekt.

Wie oft soll ich den Kontext pflegen? Immer dann, wenn sich etwas Verbindliches ändert: ein neuer Termin, eine Umfangsänderung, ein neues Risiko. Zusätzlich einmal im Monat ein kurzer Durchgang durch die Checkliste. Vieles kommt ohnehin über Signale herein und muss nur bestätigt werden.

Warum steht mein Meilenstein nicht in der Auswertung? Meilensteine ohne Datum lassen sich nicht einsortieren. Ergänze das Datum in der Spalte Datum.

Warum zählt mein kritisches Risiko als mittel? Der Schweregrad wird aus dem Text der Spalte Auswirkung abgeleitet. Ohne ein erkanntes Schlagwort gilt eine Zeile als mittel. Siehe den Abschnitt zum Schweregrad weiter oben.

Kann ich eigene Felder anlegen? Nein. Der Projektkontext hat einen festen Satz von Feldern, damit Auswertungen und Agenten sich darauf verlassen können. Zusätzliche Informationen gehören in die Beschreibungsspalten der Tabellen oder in Dateien.

Was ist der Unterschied zwischen einem Ziel und einem Erfolgskriterium? Das Ziel sagt, was erreicht werden soll. Das Erfolgskriterium sagt, woran man erkennt, dass es erreicht wurde. "Gebäude bezugsfertig übergeben" ist ein Ziel, "Übergabe bis 30. Oktober ohne kritische Mängel" ist ein Kriterium.

Wird der Kontext automatisch aktualisiert? Nein, nie ohne dich. Eingehende Informationen werden zu Vorschlägen verarbeitet, die du annimmst oder ablehnst.

Wo sehe ich, wer etwas geändert hat? In der Ansicht Verlauf im Tab Änderungen, inklusive Herkunft der Änderung.

Wenn etwas nicht klappt

Der Durchgang überspringt Strategie. Es fehlt eine Kontextanalyse mit der Stufe Ordentlich oder besser. Führe Projekt analysieren aus und arbeite die Vorschläge der Analyse ab.

Der Durchgang überspringt weiterhin Ausführung, obwohl der Kontext gut ist. Ausführung braucht zusätzlich mindestens zwei Aufgaben. Die Abdeckungsanalyse braucht mindestens eine.

Die Kontextanalyse bleibt bei Verbesserungsbedarf, obwohl alle Felder gefüllt sind. Gefüllt ist nicht dasselbe wie belastbar. Prüfe zuerst die Erfolgskriterien auf Messbarkeit und den Projektumfang auf Ausschlüsse. Die Analyse liefert zusätzlich konkrete Hinweise, welche Stelle sie bemängelt.

Der Untertab Info zeigt Prüfung offen bei Kontext. Es warten Signale oder Änderungsvorschläge auf deine Entscheidung. Öffne die eingehenden Signale über das Postfach-Symbol in der Kopfleiste und arbeite die Vorschläge ab.

Meine Änderung ist nach dem Klicken wieder verschwunden. Kontextfelder werden beim Verlassen des Feldes gespeichert. Klicke nach dem Tippen einmal neben das Feld. Wenn die Änderung dann immer noch fehlt, prüfe den Verlauf: möglicherweise hat sie jemand anderes im selben Cloud-Workspace überschrieben.

Der Zeitplanstatus bleibt leer. Projektzeitplan braucht Start und Ende. Fehlt eines von beiden, kann keine Dauer berechnet werden.

Das Budget zeigt eine andere Währung als erwartet. Anzeige- und Speicherwährung stellst du unter Einstellungen -> Allgemein -> Währung ein. Ein Wechsel der Speicherwährung rechnet alle vorhandenen Daten um. Prüfe das vorher.

Nächste Schritte